Daria Klimentová unterrichtete bereits, als sie beim English National Ballet noch selbst auf der Bühne stand. 2009 beschrieb sie ihren Tag während der von ihr organisierten International Ballet Masterclasses in Prag: von zehn bis siebzehn Uhr im Studio, unterrichten, sich um Teilnehmende kümmern, selbst trainieren und proben. Danach ging sie nach Hause zu ihrer Tochter. Unterricht, eigene körperliche Arbeit und Organisation lagen in dieser Phase innerhalb desselben Tages.
Ein anderer Arbeitstag im Studio
Als Lehrerin in London schilderte sie 2017 einen Unterrichtstag von neun bis achtzehn Uhr. Die Erschöpfung am Abend empfand sie anders als früher. Besonders das ständige Sprechen war ungewohnt; zuvor hatte sie sich beim eigenen Training und Proben weitgehend still auf ihre Arbeit konzentrieren können. An diese neue Anforderung musste sie sich erst gewöhnen. Ihr eigenes körperliches Training verschwand dabei nicht. Wenn sie Zeit hatte, trainierte sie nach eigener Aussage weiterhin im Ballettsaal, ungefähr fünfundvierzig Minuten. Das war ihre damalige Praxis, zusätzlich zur Arbeit mit den Lernenden.
Die Vorbereitung an der Royal Ballet School beschrieb sie 2021 als Arbeit über ein ganzes Schuljahr. Übungen an der Stange sollten aufeinander aufbauen; für einzelne Kombinationen musste sie einschätzen, welche Vorbereitung die jeweilige Schülerin brauchte. Dazu kamen Aufgaben mit anderem Zeitrhythmus: Zeugnisse waren nach ihrer Aussage bereits im April geschrieben, während vor den Sommeraufführungen auf der Bühne geprobt wurde. Wöchentlich nahm sich das Team außerdem fünfzehn Minuten für ein Einzelgespräch mit jeder Person in der Klasse. Fortschritt beobachten, Material ordnen und ansprechbar sein gehörten für sie zum Unterrichten.
Vom Unterricht zum Rollen-Coaching
Beim Gespräch mit dem London Ballet Circle im November 2023 arbeitete Klimentová inzwischen freiberuflich. In Glasgow bereitete sie Hauptdarstellende des Scottish Ballet auf Cinderella vor. Bei diesen erfahrenen Tanzenden konzentrierte sich ihre Aufgabe darauf, die individuellen Rollen zu entwickeln. Einer der Tänzer, die den Prinzen verkörperten, war früher ihr Schüler gewesen. Nun begegneten sie sich in einem anderen Arbeitsverhältnis und sprachen über den Ausdruck von Emotionen. Im Mittelpunkt stand seine Interpretation des Prinzen.
